Menu
29.10.2026

Die GIP-Strategie in der Praxis: vom Grossprojekt zum Schweizer Exportgeschäft

Von der Identifikation internationaler Grossprojekte zur Einbindung Schweizer Lieferanten

Damit Schweizer Unternehmen an internationalen Grossinfrastrukturprojekten (GIP) beteiligt werden können, braucht es nicht nur überzeugende Produkte und Dienstleistungen. Entscheidend sind auch Kontakte zu den Projektverantwortlichen und passende Finanzierungslösungen.

Das Netzwerk als Schlüssel zur Projektidentifikation

Internationale Grossinfrastrukturprojekte entstehen in einem komplexen Umfeld mit zahlreichen Beteiligten, darunter Banken, internationale Generalunternehmen (EPC, Engineering, Procurement and Construction), Exportunternehmen und Exportkreditagenturen. Ein gut ausgebautes Netzwerk hilft der Schweizerischen Exportrisikoversicherung SERV, von geplanten oder laufenden Projekten zu erfahren und mögliche Anknüpfungspunkte für Schweizer Unternehmen zu erkennen.

Die SERV nutzt ihre Kontakte in der internationalen Exportfinanzierungslandschaft und die Zusammenarbeit im «Team Switzerland Infrastructure», um mit Projektverantwortlichen und weiteren relevanten Akteuren in den Austausch zu treten. Eine wichtige Partnerin ist dabei Switzerland Global Enterprise (S-GE), die im Auftrag des Bundes die Exportförderung wahrnimmt und mit den Swiss Business Hubs weltweit vor Ort präsent ist. In Brasilien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien sind Infrastrukturexpertinnen und -experten auf den Swiss Business Hubs von S-GE tätig, die fachlich von der SERV geführt werden. Sie verbinden so die Präsenz und Marktkenntnis von S-GE mit dem Know-how der SERV in der Exportfinanzierung und bauen wichtige Kontakte in den jeweiligen Regionen auf. Dadurch wird die SERV sowohl über bestehende Partnerinnen und Partner auf Projekte aufmerksam gemacht als auch direkt von Unternehmen kontaktiert, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind.

Im Austausch mit den Projektverantwortlichen klärt die SERV ab, welche Anforderungen ein Vorhaben mit sich bringt und ob sich Möglichkeiten ergeben, Schweizer Produkte, Technologien oder Dienstleistungen einzubringen. 

Vom internationalen Grossprojekt zur Schweizer Beteiligung

Ergibt sich ein Ansatzpunkt für eine Beteiligung von Schweizer Firmen, gilt es, geeignete Lieferanten und Dienstleister zu identifizieren. Für die Auswahl der passenden Lieferanten ist das EPC verantwortlich, welches das Projekt umsetzt. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Wirtschaftsverbände Swissmem, Swissrail und suisse.ing. Sie kennen die Schweizer Unternehmen und ihre Kompetenzen und unterstützen bei der Vernetzung der EPCs mit potenziellen Schweizer Anbietern. Dies kann auf Papier oder im Rahmen eines Matchmaking-Events erfolgen, bei dem die Schweizer Unternehmen den EPCs ihre innovativen Lösungen für das Projekt vorstellen. 

Die Anforderungen an die Unternehmen und ihre Produkte oder Dienstleistungen werden im Verlauf der Projektentwicklung konkretisiert. So können geeignete Schweizer Kompetenzen in die Beschaffung und Umsetzung internationaler Grossprojekte einfliessen. Die SERV begleitet diesen Prozess beratend und unterstützt Unternehmen bei Fragen zu Projektabläufen, den beteiligten Akteuren oder den Voraussetzungen für eine SERV-Deckung. 

Kommt es zu einer Zusammenarbeit, können die ausgewählten Schweizer Unternehmen ihre Produkte oder Dienstleistungen an das EPC liefern. Die SERV-Deckung trägt dazu bei, Zahlungsausfallrisiken abzusichern und Finanzierungslösungen zu erleichtern.

Wie sieht das in der Praxis aus? Hier lesen Sie die Erfolgsgeschichten unserer Kundinnen und Kunden.

Mehrwert für die Schweizer Exportwirtschaft

Das GIP-Mandat kann sowohl etablierten Exportunternehmen als auch kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) den Zugang zu internationalen Grossinfrastrukturprojekten erleichtern. Für einige Unternehmen kann die Beteiligung an einem solchen Vorhaben sogar den Einstieg ins Exportgeschäft bedeuten.

So trägt das Mandat dazu bei, Schweizer Kompetenzen auf internationalen Märkten sichtbar zu machen und neue Geschäftsperspektiven zu erschliessen.

Autobahnkreuzung aus der Luft