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Moderne Medizinversorgung für eine Randregion

Schweizer Unternehmen stärken die Gesundheitsinfrastruktur in Kasachstan

Schweizer Unternehmen stärken die Gesundheitsinfrastruktur in Kasachstan
Heitkamp Construction Swiss und Schweizer Zulieferfirmen unterstützen den Bau eines Spitals im Norden Kasachstans mit der Lieferung von medizinischem Gerät und Bauteilen.

Heitkamp Construction Swiss und ein Dutzend Schweizer Zulieferfirmen unterstützen den Bau eines Spitals im Norden Kasachstans mit der Lieferung von medizinischem Gerät, Sanitäranlagen und Aufzügen. Die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV sichert das Geschäft mit einer Käuferkreditversicherung ab.

24.08.2026

Die Region Aqmola im Norden Kasachstans ist dünn besiedelt. Im Durchschnitt leben in den weiten Steppenlandschaften dieser Region bloss fünf Menschen pro Quadratkilometer. In einer Randregion wie dieser ist eine lokale Gesundheitsversorgung unerlässlich, denn das nächste grössere Krankenhaus befindet sich in der mehrere Autostunden entfernten Hauptstadt Astana.

Der Staat Kasachstan hat deshalb im Jahr 2022 eine Public-Private Partnership (PPP) beschlossen. Die PPP-Vereinbarung wurde mit der Projektgesellschaft (SPV) abgeschlossen, die im Besitz der Rönesans Holding ist. Das Ziel: In der Stadt Kökschetau ein Spital für die Einwohnerinnen und Einwohner der Region zu errichten und zu betreiben.

Medizingerät und Aufzüge aus der Schweiz

Das Schweizer Unternehmen Heitkamp Construction Swiss, das Teil der Rönesans Gruppe ist, beteiligt sich am Bau und an der Einrichtung des Spitals in Kökschetau. Unterstützt wird Heitkamp von insgesamt zwölf Schweizer Zulieferfirmen, die ganz unterschiedliche Leistungen beitragen. Einige liefern Ausrüstung für endoskopische Eingriffe oder Augenchirurgie, andere Material für die Diagnose und Überwachung der Patientinnen und Patienten. Neben dem medizinischen Gerät werden auch Bauteile aus der Schweiz nach Kasachstan exportiert, darunter Sanitärsysteme und Aufzüge.

Abgesichert werden die Exporte der Schweizer Firmen durch eine Käuferkreditversicherung der Schweizerischen Exportrisikoversicherung SERV. Für die SERV ist es das erste Spitalprojekt, das sie begleitet. «Wir waren erstaunt, wie viel die Schweizer Exportindustrie im Gesundheitsbereich zu bieten hat», erklärt Cristina Palade, die das Projekt vonseiten der SERV begleitet. «Nicht nur medizinisches und technisches Gerät, sondern auch Anlagen und Bauteile für moderne Spitalgebäude.

«Heitkamp Construction Swiss unterstützt das Spitalprojekt in Kökschetau, indem wir Schweizer Lieferanten für Medizintechnik, elektromechanische Systeme und Bauteile zusammenbringen. Für dieses komplexe länderübergreifende Projekt war die professionelle Unterstützung durch die SERV unverzichtbar. Das Projekt stärkt unser Geschäft in der Schweiz und macht deutlich, wie Schweizer Fachwissen auch im Ausland einen Beitrag zum Gelingen grosser Gesundheitsprojekte leisten kann.»
Philipp Kohlschreiber CEO von Heitkamp Construction Swiss GmbH

Ein Schlüsselprojekt für die Gesundheitsversorgung und die lokale Wirtschaft

Das Spital von Kökschetau soll 2027 eröffnet werden. Der weitläufige Komplex wird dereinst 630 Betten für stationäre Patientinnen und Patienten bieten. Dazu kommen 38 Plätze auf der Intensivstation, eine Geburtsabteilung mit 10 Betten sowie eine Tagesklinik mit 63 Betten. Das multidisziplinäre Spital, das sowohl chirurgische Eingriffe als auch medizinische Behandlungen anbieten wird, soll die Gesundheitsversorgung für rund 730’000 Einwohnerinnen und Einwohner der Region sicherstellen.

Am Bau des Spitals sind 2’600 Arbeiterinnen und Arbeiter beteiligt, nach der Fertigstellung soll die Einrichtung rund 2’500 Personen eine Anstellung bieten. Dadurch leistet das Spital nicht nur einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Region, sondern unterstützt auch deren wirtschaftliche Entwicklung.

Neuland für mehrere Beteiligte

Die Public-Private Partnership zwischen dem Staat Kasachstan und privaten Partnern ist das erste Projekt dieser Art im kasachischen Gesundheitswesen und eines der grössten in Zentralasien. Das Projekt wird durch eine Projektgesellschaft im Besitz der türkischen Rönesans Holding durchgeführt, die viel Erfahrung in der Entwicklung und dem Betrieb von Gesundheitsinfrastruktur in PPP-Projekten hat.

Mit dem Spital von Kökschetau bringt die Rönesans Holding ihr Fachwissen in einem ersten PPP-Projekt im Gesundheitsbereich in Zentralasien ein. Das Unternehmen betreibt bereits sechs PPP-Spitäler in der Türkei mit insgesamt 9’200 Betten, die bis heute mehr als 100 Millionen Patientinnen und Patienten versorgt haben. Neben dem Betrieb von Gesundheitsinfrastruktur ist Rönesans im Bau- und Immobilienwesen, im Konzessionsgeschäft, im Geschäft mit erneuerbaren Energien und mit Industrie-Investitionen in 40 Ländern in Europa, Zentralasien und Afrika aktiv.

Doruk Günay, Leiter der Exportfinanzabteilung bei der Rönesans Holding, sagt: «Nachdem wir in der Türkei erfolgreich sechs PPP-Spitäler errichtet haben, bringen wir unsere Expertise nun im ersten PPP-Projekt in Zentralasien ein. Die durch die SERV abgesicherte Finanzierung des Spitals in Kökschetau erlaubt uns, in Kasachstan zu investieren und gleichzeitig Wertschöpfung in der Schweiz durch unsere Tochterfirma Heitkamp Construction Swiss GmbH und ihr Netzwerk zu generieren. Das ist ein starkes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit wichtige Gesundheitsinfrastruktur und gemeinsame Wertschöpfung ermöglichen kann. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der SERV und Heitkamp Construction Swiss GmbH in kommenden Projekten mit ähnlicher Finanzierungsstruktur in unseren Zielländern.»

Zu Beginn mussten sich die Projektverantwortlichen einen Überblick über die politischen und regulatorischen Risiken sowie die strukturellen Herausforderungen in dieser dünn besiedelten Region verschaffen. SERV-Mitarbeiterin Cristina Palade durfte das Projekt bereits bei ihrer früheren Arbeitgeberin, einer Bank, begleiten. Sie spricht von einem Herzensprojekt: «Was in Kökschetau entsteht, ist wirklich einmalig. Dieses moderne Spital wird die Leben vieler Menschen in einer strukturschwachen Region verbessern.»

Es handelt sich bei diesem Projekt um das erste Spital-Projekt der SERV. Bereits 2023 wurden wir von Heitkamp involviert und arbeiteten ab diesen Zeitpunkt eng mit allen Partnern zusammen, um eine multilaterale Finanzierungslösung zu erarbeiten. 2025 konnte die Finanzierung für das Projekt abgeschlossen werden. Daneben sicherte die SERV Heitkamp mit einer Käuferkreditversicherung im Wert von 98 Millionen Euro ab. Fast 40 Prozent dieser Summe wurden von Schweizer Zulieferbetrieben eingebracht.

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Cristina Palade
Cristina
Palade
Senior Vice President, Project Finance & Infrastructure