Die SERV als Organisation
Die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV trägt zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Schweiz bei. Sie fördert den Wirtschaftsstandort Schweiz, indem sie der schweizerischen Exportwirtschaft die Teilnahme am internationalen Wettbewerb erleichtert.
Die SERV ist eine öffentlich-rechtliche Organisation des Bundes und ist in ihrer Betriebsführung selbständig. Der Bundesrat beaufsichtigt die SERV, wählt den Verwaltungsrat und definiert die strategischen Ziele für jeweils vier Jahre. Die SERV unterstützt Schweizer Unternehmen in Exportgeschäften und erleichtert ihnen somit den Zugang zu ausländischen Märkten. Das SERV-Kompakt bietet Ihnen einen Überblick darüber, welche Versicherungs- und Garantieprodukte für Sie die richtigen sind und wie Sie diese erhalten.
Strategische Ziele des Bundesrates
In der Strategieperiode 2024 – 2027 hält der Bundesrat an der bisherigen Ausrichtung fest: Die SERV soll weiterhin dazu beitragen, Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten und zu schaffen sowie Schweizer Unternehmen den Zugang zu grossen, ausländischen Infrastrukturprojekten zu ermöglichen. Die SERV soll ihre Rolle als «Trade Facilitator» weiterentwickeln. Auch legt der Bundesrat Wert darauf, dass die SERV mit ihren Angeboten die Bedürfnisse der schweizerischen Exportwirtschaft abdeckt und international wettbewerbsfähig bleibt. Die SERV soll den Bund frühzeitig über wesentliche und längerfristige Entwicklungen informieren sowie entsprechende Lösungsvorschläge unterbreiten. Weitere Informationen finden Sie im PDF.
Gesetzliche Grundlagen der SERV
Die Geschäftspolitik der SERV leitet sich aus dem SERV-Gesetz und der SERV-Verordnung sowie den strategischen Vorgaben des Bundesrates ab. Das SERV-Gesetz bildet zudem die Grundlage für die Voraussetzungen, die ein Geschäft für einen Versicherungsabschluss erfüllen muss. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann die SERV das Geschäft versichern. Die SERV beachtet die Verpflichtungen, welche die Schweiz im Rahmen internationaler Vereinbarungen übernommen hat, darunter das Exportkredit-Arrangement der OECD und die Grundsätze der Berner Union.
Subsidiarität
Die SERV bietet ihre Versicherungen in Ergänzung zur Privatwirtschaft an (Art. 6 Abs. 1 lit. d SERVG). Sie versichert grundsätzlich nur Risiken, die nicht marktfähig sind oder für die keine hinreichenden privaten Versicherungsangebote bestehen. Bei der Unterscheidung von marktfähigen und nicht marktfähigen Risiken orientiert sich die SERV an den Mitteilungen der Europäischen Kommission.
Eigenwirtschaftlichkeit
Die SERV arbeitet eigenwirtschaftlich. Das bedeutet, dass die Prämien und sonstigen Erträge der SERV ausreichen müssen, um die Risiko- sowie die Betriebskosten zu decken – also ohne Steuergelder (Art. 6 Abs. 1 lit. a SERVG).
Schweizer Wertschöpfung
Die SERV deckt Exportgeschäfte, die schweizerischen Ursprungs sind oder eine angemessene Schweizer Wertschöpfung enthalten. Sie geht von einer angemessenen schweizerischen Wertschöpfung aus, wenn der Anteil der Schweizer Wertschöpfung am Auftragswert des Exportgeschäfts mindestens 20 Prozent beträgt.
Beträgt der Anteil der Schweizer Wertschöpfung weniger als 20 Prozent, ist ein Exportgeschäft unter bestimmten Voraussetzungen und auf Antrag des Exporteurs dennoch versicherbar. Die SERV prüft in diesem Fall, ob
- die wertschöpfenden Tätigkeiten des Exporteurs in der Schweiz für die erfolgreiche Abwicklung des Exportgeschäfts oder den Gesamterfolg des Unternehmens ausschlaggebend sind und
- die Versicherung einzelner Exportgeschäfte zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen des Unternehmens in der Schweiz beiträgt.
Aktuelle Themen
Reformprojekt
Das Bundesgesetz über die Schweizerische Exportversicherung (SERVG) ist beinahe 20 Jahre alt. Eine grundlegende Überprüfung des SERVG hat seit ihrer Gründung nicht stattgefunden. Trotz der vollen Ausschöpfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen muss die SERV feststellen, dass sie aufgrund der sich stetig verändernden äusseren Einflüsse regelmässig und zunehmend an ihre regulatorischen Grenzen stösst, was die Umsetzung des Auftrags, die Schweizer Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen, erschwert und teilweise sogar verhindert.
Aufgrund von deutlichen Hinweisen aus der Wirtschaft und auf der Grundlage von mehreren Studien kam die SERV zum Schluss, dass eine Gesetzesrevision unabdingbar ist. Dabei müssen folgende Ziele im Vordergrund stehen:
- die Vereinfachung der Leistungsvoraussetzungen,
- die Flexibilisierung des Leistungsangebots,
- die Revision der institutionellen Rahmenbedingungen.
Es ist kein Totalumbau des SERVG nötig. Jedoch braucht es eine gezielte und fokussierte Teilanpassung zur Modernisierung des SERVG. Dabei sollen insbesondere die KMU im Fokus stehen, die von einfacheren Regeln und von Produkten Gebrauch machen können, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Die Schweizer Exportwirtschaft soll auch in Zukunft über «gleich lange Spiesse» verfügen, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Umwelt- und Klimathemen
Weltweit wird auf den Klimawandel reagiert und viele Staaten, darunter auch die Schweiz, verpflichten sich, Massnahmen zur Senkung von Treibhausgasemissionen zu ergreifen. In Bezug auf Umwelt- und Klimathemen erwartet der Bundesrat für die Strategieperiode 2024 bis 2027, dass die SERV im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine nachhaltige Unternehmensstrategie umsetzt und die Dekarbonisierung sowie den Übergang zu einer grünen Wirtschaft unterstützt.
Als öffentlich-rechtliche Organisation des Bundes hält sich die SERV an die aussen- und klimapolitischen Standards der Schweiz und berücksichtigt unter anderem die relevanten OECD-Richtlinien. Die damit verbundenen politischen Entscheide sowie der Klimawandel selbst wirken sich auf die Geschäftstätigkeit der SERV aus. Die SERV ist sich der Wichtigkeit der Thematik bewusst und nutzt alle Möglichkeiten, grüne Projekte, die dem Interesse und der Nachfrage der Schweizer Exportunternehmen gerecht werden, verstärkt zu unterstützen.
Die 2021 durch den Verwaltungsrat der SERV verabschiedete Klimastrategie bleibt das Fundament beim Bestreben der SERV, dem Netto-Null-Ziel 2050 der Schweiz Rechnung zu tragen. Die drei Eckpfeiler der Strategie umfassen den Umgang mit den betrieblichen Treibhausgasemissionen, die Integration der Klimarisiken in die Geschäftstätigkeit sowie den Beitrag der SERV zur Dekarbonisierung der Wirtschaft. Die Klimastrategie der SERV wird derzeit überarbeitet.