Projektfinanzierungen


Im Rahmen ihres Auftrags zur Förderung des Schweizer Exports und des Wirtschaftsstandortes Schweiz ist die SERV in der Lage, flexibel auf Finanzierungsanforderungen zu reagieren. Insbesondere grosse Investitionsvorhaben werden oft als Projektfinanzierung realisiert. Die SERV versichert solche Finanzierungen im Rahmen ihrer Versicherungsprodukte, wobei in den meisten Fällen eine Käuferkreditversicherung zur Anwendung kommt.

Was ist eine Projektfinanzierung?

Die SERV geht von einer Projektfinanzierung aus, wenn folgende Faktoren gegeben sind:

1. Es handelt sich um ein Investitionsvorhaben, zu dessen Umsetzung eine Projektgesellschaft gegründet wird (wirtschaftlich selbständige Einzweckgesellschaft). Die gewährten Kredite zur Zahlung der Forderungen eines Schweizer Lieferanten werden mit Projekterlösen zurückbezahlt;
2. die Finanzierung basiert folglich auf Einnahmen des Projektes (Cash Flow Related Lending);
3. die Kredite belasten nicht die Bilanzen der Investoren (off Balance Sheet Financing);
4. es handelt sich um ein neues Projekt (Greenfield), das sowohl die Bau- als auch die Betriebsphase umfasst.

Details

Deckungsgegenstand

Die SERV bietet auch bei dieser Finanzierungsform einen Versicherungsschutz sowohl für Risiken, die dem Exporteur entstehen (Fabrikationsrisiko und Nichtauszahlungsrisiko), als auch für die Zahlungsrisiken der finanzierenden Bank.

Versicherbare Risiken

Besonderheiten und Voraussetzungen

Zentrales Element bei der Prüfung der Risiken einer Projektfinanzierung durch die SERV ist das Finanzmodell. Es macht aufgrund von getroffenen Annahmen die Robustheit des Projektes deutlich. Die «debt service cover ratio» (Schuldendienstdeckungsgrad) ist dabei die entscheidende Grösse. Für diese Prüfung des Finanzmodells zieht die SERV üblicherweise einen externen Berater bei, wobei die Kosten von den Sponsoren zu übernehmen sind.

Die Art der Anforderungen an eine Projektfinanzierung sind sehr projektspezifisch. Generell erwartet die SERV aber eine akzeptable Risikoverteilung gemäss u. a. den folgenden Kriterien:

  • Einbringung von Eigenkapital durch die Sponsoren in die Betreibergesellschaft in einem dem Projekt entsprechenden Umfang;
  • potentiell eine Garantieverpflichtung der Sponsoren des Projekts zur Minderung des Fertigstellungsrisikos (limited recourse financing);
  • das Vorliegen von Turnkey-EPC-Verträgen (gegenüber einfachen Lieferverträgen);
  • Sicherstellen von Betrieb und Abnahme, allenfalls mit Unterstützung durch Regierungsbehörden des Projektlandes;
  • die SERV übernimmt trotz der u. U. engen Einbindung in die Verhandlungen auch bei Projektfinanzierungen kein Dokumentationsrisiko;
  • in jedem Fall wird das Vorliegen eines üblichen Sicherheitenpaketes für Projektfinanzierungen verlangt.

Das OECD-Arrangement gibt mit dem Sektorenabkommen für Projektfinanzierungen diesen Transaktionen einen besonderen Spielraum. Abgesehen von einer längeren maximalen Kreditlaufzeit als bei Finanzierungen mit privatem Käuferrisiko, können auch flexible Rückzahlungsprofile sowie eine rückzahlungsfreie Zeit («grace period») verhandelt werden.