FAQ


Nutzen einer SERV-Versicherung

Was bietet die SERV?

Die SERV versichert Exporte von Schweizer Unternehmen gegen politische Risiken und das Zum GlossarDelkredererisiko (wirtschaftliches Risiko). So geben wir Ihnen als Exporteur die Sicherheit, dass Ihre Lieferungen und Leistungen bezahlt werden. Die Versicherungen und Garantien der SERV erleichtern es Ihnen zudem, Exportgeschäfte zu finanzieren und die Liquidität Ihres Unternehmens zu wahren. Wir beraten Sie ausserdem bei der Durchführung Ihrer Geschäfte.


Welchen Nutzen bringt eine Versicherung der SERV?

  • Sicherheit: Die SERV schützt Ihr Unternehmen vor Zahlungsausfall und gibt Ihnen die Sicherheit, dass risikobehaftete Exportaufträge bezahlt werden. Wir versichern Exporte, welche private Exportkreditversicherer nicht decken.
  • Erleichterte Finanzierung: Mit einer Deckung der SERV sind Banken eher bereit, für Ihren Export die benötigten Kredite oder Garantien auszustellen. Zudem können Sie als Exporteur Ihre Forderungen leichter an Banken abtreten. Dies ermöglicht es Ihnen, Ihrem Kunden eine optimale Finanzierung anzubieten und Ihr Geld dennoch sofort zu erhalten.
  • Liquidität: Mit einer Versicherung der SERV können Banken Ihrem Unternehmen Kredite oder Garantien ausstellen, ohne Ihre Limite voll zu belasten. So können Sie die Liquidität Ihres Unternehmens wahren und verfügen über die nötigen Mittel, um Exportaufträge anzunehmen.
  • Beratung: Unsere Mitarbeitenden verfügen über grosse Erfahrung in der Analyse von Länder-, Banken- und Firmenrisiken sowie in der Abwicklung von Exportgeschäften. Davon profitieren insbesondere Exporteure, die neu in einen Markt eintreten oder zum ersten Mal Geschäfte mit einem bestimmten Kunden tätigen.

In welchen Phasen des Exportgeschäfts bieten die Versicherungen der SERV Schutz?

Die Produkte der SERV schützen Ihr Unternehmen in allen Phasen Ihres Exportgeschäfts: ab Unterbreitung der Offerte bis zur Rückzahlung der letzten Kreditrate (bei gewissen Vertragsgarantien sogar darüber hinaus).


Welche Art von Export kann ich bei der SERV versichern?

Die SERV deckt Exporte aus allen Branchen: Konsum- und Investitionsgüter sowie Dienstleistungen wie Bau-, Wartungs- und Ingenieurarbeiten oder Lizenz- und Know-how-Verträge. Weitere Informationen erhalten Sie in der Broschüre SERV Kompakt ab Seite 17.


Welche Risiken deckt die SERV?

Die SERV deckt folgende Risiken:


Welche Risiken deckt die SERV nicht?

Beim Export bestehen verschiedene Risiken, welche nicht von der SERV gedeckt werden, darunter Transport- oder Währungsrisiken.


Versichert die SERV den Export in alle Länder der Welt?

Grundsätzlich ja. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die SERV ihre Versicherungen nur in Ergänzung zu den Angeboten der privaten Kreditversicherer anbieten darf (Prinzip der Subsidiarität). Das Angebot der SERV ist primär auf den Export in politisch oder wirtschaftlich unsichere Länder ausgerichtet. Einschränkungen gelten deshalb für Exporte mit kurzfristigen Laufzeiten in OECD-Kernländer. Zudem gibt es einzelne Länder mit aussergewöhnlichen Risiken, wo die SERV eine Versicherung nur in Einzelfällen oder gar nicht gewähren kann. Wenn Sie einen Export in eines dieser Länder versichern möchten, kontaktieren Sie uns bitte möglichst frühzeitig. Angaben zu den einzelnen Ländern finden Sie in der Länderliste.


Bietet die SERV eine 100-prozentige Deckung an?

Der maximale Deckungssatz beträgt bei den meisten SERV-Produkten 95%. Die verbleibenden 5% trägt der Versicherungsnehmer.


Wie kann die SERV die Liquidität meines Unternehmens verbessern?

Die SERV bietet zwei Produkte, die verhindern, dass ein Export an der fehlenden Liquidität des Exporteurs scheitert. Die Bondgarantie wie auch die Fabrikationskreditversicherung schützen Ihre Bank davor, dass Sie als Exporteur Ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Die Bank kann damit Ihrem Unternehmen neue Kredite oder Garantien gewähren, ohne Ihre Limiten voll zu belasten. Sie sichern sich so die nötigen Mittel, um neue Exportaufträge anzunehmen.


Wie viel kostet eine SERV-Versicherung?

Bei der SERV gibt es keine Mindestprämien, deshalb lassen sich auch Exporte mit geringem Lieferwert günstig versichern. Die Höhe der Prämie hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Exportland, dem Lieferwert und der Laufzeit des Exportgeschäfts, der Bonität Ihres Kunden oder der Garantie stellenden ausländischen Bank. 


Was ist der Unterschied zwischen einer grundsätzlichen Versicherungszusage (GV) und einer Versicherungspolice (VP)?

Eine Zum Glossargrundsätzliche Versicherungszusage (GV) können Sie bei der SERV bereits vor Abschluss eines Exportvertrags (in der Offert-Phase) beantragen. Diese bestätigt, dass die SERV ein Geschäft wie beantragt versichern wird, sofern sich die Sach- und Rechtslage nicht wesentlich ändert. Die Zusage ist sechs Monate gültig und kann verlängert werden. Sobald Sie bereit sind, wandeln wir die GV in eine Versicherungspolice um. Die GV ist optional: Falls ein definitiver Exportvertrag bereits vorliegt, stellen wir direkt eine Versicherungspolice aus. 

Voraussetzungen für den Abschluss einer Versicherung

Welche Voraussetzungen muss mein Unternehmen erfüllen, um eine SERV-Versicherung abzuschliessen?

Einzige Vorgabe für Ihr Unternehmen: Es muss im Schweizer Handelsregister eingetragen sein. Für den zu versichernden Export jedoch gibt es weitere Voraussetzungen.


Profitieren auch KMU von den Versicherungen der SERV?

Ja, die Angebote der SERV eignen sich für KMU gut. Bei der SERV gibt es weder Mindestprämien, noch Mindestgrössen in Bezug auf das Unternehmen oder den versicherten Lieferwert. Produkte wie die Fabrikationskreditversicherung oder die Bondgarantie erleichtern es, günstige Kredite für den Export Ihrer Waren und Dienstleistungen zu erhalten und die Liquidität Ihres Unternehmens zu wahren. Die SERV unterstützt Sie ausserdem bei der Beurteilung von Länder-, Käufer- und Bankenrisiken und der Abwicklung von Exportgeschäften.


Gibt es bei der SERV eine Mindestgrösse?

Nein, die SERV kennt in Bezug auf das Unternehmen oder den zu versichernden Export weder eine Mindestprämie, noch Mindestgrössen.


Wir bieten Dienstleistungen für ausländische Kunden an. Können wir diese versichern?

Ja, die SERV versichert den Export sowohl von Gütern als auch auch von Dienstleistungen. Sie können also jede Art von Dienstleistung versichern, die Ihr Unternehmen für ausländische Kunden erbringt. Typische Beispiele sind Arbeiten von Architektur- oder Ingenieurbüros, das Erstellen von Studien, Software, Multimedia oder Werbung, Lizenzvereinbarungen, Schulungen oder Bauleistungen.


Ich möchte einen Export bei der SERV versichern. Was muss ich beachten?

In der Regel darf der Anteil ausländischer Zulieferungen bei Ihrem Export nicht mehr als 50% betragen (vgl. Schweizerischer Wertschöpfungsanteil). Die SERV ist bei der Absicherung von Exportgeschäften zudem an internationale Regeln gebunden, z.B. in Bezug auf Anzahlungen und Kreditlaufzeiten. Kontaktieren Sie uns frühzeitig, wenn möglich noch vor Ausgestaltung des Exportvertrags. So können wir Sie dabei beraten, wie Sie Ihr Geschäft am besten strukturieren, um von unseren Versicherungen optimal zu profitieren. 


Ich habe Zulieferer aus dem Ausland. Ist das ein Problem?

Nein, die SERV deckt Geschäfte mit einem Anteil an ausländischen Zulieferungen bis zu 50% des Auftragswerts, in begründeten Einzelfällen auch bis zu 70%. Dabei erheben wir allerdings einen Zuschlag auf die Versicherungsprämie.

Zur konkreten Antragsstellung

Ich hatte noch nie mit der SERV zu tun. Wie nehme ich am besten Kontakt auf?

Am besten kontaktieren Sie uns telefonisch. So können wir in einem ersten Gespräch Ihre Bedürfnisse abklären und Ihre Fragen beantworten. Liegt Ihr Firmensitz in der deutsch- oder italienischsprachigen Schweiz, wählen Sie bitte 058 551 55 15. Liegt er in der französischsprachigen Schweiz, rufen Sie bitte 021 613 35 84 an.


In welcher Phase des Exportgeschäfts kontaktiere ich die SERV am besten?

Kontaktieren Sie uns so früh wie möglich, am besten noch vor der Ausgestaltung des Vertrags. So können wir Sie dabei beraten, wie Sie Ihr Geschäft am besten strukturieren, um von unseren Produkten optimal zu profitieren. Zudem können wir Sie bei der Analyse von Länder-, Käufer- und Bankenrisiken unterstützen.


Wie beantrage ich eine Versicherung?

Eine Versicherung oder Garantie der SERV können Sie ausschliesslich online über unser Antragsportal beantragen. Bitte beachten Sie, dass die beim Antrag gemachten Angaben verbindlich sind.


Soll ich direkt eine Versicherungspolice bzw. Garantie beantragen oder besser eine Grundsätzliche Versicherungszusage?

Beantragen Sie direkt eine Versicherungspolice oder eine Garantie, wenn die Verträge für ein Exportgeschäft unterzeichnet sind. Vor Vertragsunterzeichnung beantragen Sie eine Grundsätzliche Versicherungszusage. Diese gibt Ihnen Klarheit über die grundsätzliche Deckungsfähigkeit des Geschäfts und somit Verhandlungssicherheit, gleichzeitig Aufschluss über die zu erwartende Prämie. Bei unveränderter Sach- und Rechtslage ist eine Grundsätzliche Versicherungszusage während sechs Monaten gültig. Wir empfehlen, Anträge frühzeitig zu stellen, spätestens jedoch vor Risikobeginn.


Worauf muss ich beim Antrag achten?

Die beim Antrag gemachten Angaben sind verbindlich! Die SERV prüft vor Ausstellung der Versicherungspolice keine Exportverträge oder sonstigen Dokumente. (Falls Sie uns solche zustellen, werden wir Sie ungelesen retournieren.) Die Prüfung von Verträgen und Dokumenten erfolgt nur im Schadenfall. Abweichungen zu den beim Antrag gemachten Angaben können zu einer Minderung oder zur Verweigerung der Schadenzahlung führen. 


Welche Dokumente muss ich bei einem Antrag einreichen?

Wir benötigen das Antragsformular, welches Sie auf unserem Antragsportal online ausfüllen können. Je nach Versicherung, Exportgeschäft und Kunde sind wir für die Risikoprüfung auf zusätzliche Angaben angewiesen, z.B. über Ihr Unternehmen, Ihren Kunden (Kennzahlen, Bilanzen, Erfolgsrechnungen) oder zur sozialen und ökologischen Verträglichkeit eines Projekts. Im Antragsportal werden Sie darauf hingewiesen, welche Informationen wir in Ihrem konkreten Fall benötigen.

Bei einer laufenden Versicherungspolice

Die SERV hat die Versicherungspolice ausgestellt. Was muss ich nun beachten?

Die Angaben in der Versicherungspolice (unter anderem Laufzeit und Auftragsvolumen) sind verbindlich; sollte sich eine dieser Angaben ändern, teilen Sie uns dies umgehend mit. Als Versicherungsnehmer sind Sie ebenfalls verpflichtet, die SERV über sämtliche Vorkommnisse zu informieren, welche auf einen drohenden Schaden hindeuten (z.B. Gesuch um Zahlungsaufschub seitens des Kunden oder ausbleibende Zahlungen.) Im Schadenfall stützen wir uns auf die von Ihnen gemachten Angaben. Schäden, die nach dem in der Police genannten «Enddatum» eintreten, sind nicht gedeckt.


Ich habe eine SERV-Versicherung und der Kunde ist mit der Zahlung in Verzug. Was muss ich tun?

Ergreifen Sie keine übereilten Massnahmen, sondern melden Sie zuerst den Zahlungsverzug umgehend Ihrem Kundenberater bei der SERV, am besten schriftlich. Leiten Sie anschliessend die branchenüblichen Inkassomassnahmen ein.


Kann ich eine Versicherungspolice an eine Bank abtreten?

Ja, wenn Sie vorher von der SERV die Zustimmung dazu erhalten, können Sie Versicherungspolicen an eine Bank zedieren/abtreten.


Wann werde ich im Schadenfall von der SERV entschädigt?

Tritt ein versichertes Risiko ein, so beginnt eine Karenzfrist (Wartefrist) zu laufen. Diese beträgt bei Produkten für Finanzinstitute einen Monat und bei Produkten für Exporteure drei Monate. Die Karenzfrist soll genutzt werden, um einen Schaden abzuwenden oder zu mindern. Nach Ablauf der Karenzfrist wird Ihr Entschädigungsantrag bearbeitet und nach Vorliegen der erforderlichen Nachweise anerkannt und entschädigt. Diesbezügliche Fristen nach den AGB der SERV werden analog Artikel 77 Absatz 1 des Obligationenrechts berechnet.

Allgemeines

Was bedeutet für die SERV kurzfristig bzw. mittel-/langfristig?

Als kurzfristig gilt eine Kreditlaufzeit von weniger als 24 Monaten. Beträgt die Kreditlaufzeit 24 Monate oder mehr, handelt es sich um ein mittel-/langfristiges Geschäft. Als Kreditlaufzeit gilt die Zeitspanne zwischen der gemäss Vertrag erfolgten Lieferung und der letzten vereinbarten Ratenzahlung. Die Fabrikationsdauer hat auf diese Definition keinen Einfluss. 


Warum übernimmt die SERV Risiken, welche private Versicherungen nicht decken?

Als öffentlich-rechtliche Organisation des Bundes ist die SERV nicht gewinnorientiert. Im Vordergrund steht der Auftrag, die schweizerische Exportwirtschaft zu unterstützen. Gleichzeitig ist die SERV gesetzlich zur Zum GlossarEigenwirtschaftlichkeit verpflichtet, das heisst, sie deckt ihre Kosten selbst. Dazu erhebt sie risikogerechte Prämien. 


Ist die SERV staatlich subventioniert?

Nein. Die SERV ist verpflichtet, eigenwirtschaftlich zu arbeiten (Art. 6 Abs. 1 lit. a SERVG) und muss ihre Kosten durch risikogerechte Prämien selber decken.


Wie werden die Länderkategorien bestimmt?

Die Länderkategorien (LK) reichen von 0 (niedrigstes Risiko) bis 7 (höchstes Risiko). Sie werden innerhalb der OECD festgelegt. Länderanalysten der Exportkreditagenturen (ECA) aller OECD-Mitgliedsländer treffen sich viermal jährlich, um die Einstufung einzelner Länder neu zu beurteilen und gegebenenfalls anzupassen.


Stellt die SERV Versicherungspolicen nur in Schweizer Franken aus?

Die SERV stellt Versicherungspolicen in gängigen, frei konvertierbaren Währungen aus, in der Regel jedoch in der Währung des Export- oder des daran gebundenen Finanzierungsgeschäfts (Vertragswährung). Die Prämie ist grundsätzlich in Schweizer Franken zu entrichten, es sei denn auf Antrag wurde eine andere Prämienwährung vereinbart. Die SERV zahlt Entschädigungen grundsätzlich in der Vertragswährung aus.