Schweizer Schneefrässchleuder für die nördlichste Eisenbahnstrecke der Welt


Die schwedische Erzbahn ist harten Wintern ausgesetzt und benötigte eine neue Schneeschleuder. Die Schweizer Zaugg AG Eggiwil ersetzte die veraltete Schleuder mit einem neu entwickelten Schneeräum-Schienenfahrzeug. Der Betrieb der Erzbahn kann damit das ganze Jahr hindurch gewährleistet werden. Doch nicht überall ist auf den Schneefall so gut Verlass wie auf der nördlichsten Eisenbahnstrecke der Welt, und die Nachfrage schwankt. Wie geht Zaugg damit um?

03.04.2020

Auf der nördlichsten Eisenbahnstrecke der Welt, der Malmbanan, zwischen dem schwedischen Luleå und dem norwegischen Narvik werden auf 473 km jährlich 27 Mio. Tonnen Eisenerz transportiert. Damit diese enorme Menge erreicht wird, muss der Betrieb auch in den Wintermonaten fortgeführt werden. Im Winter sind jedoch widrige Wetterbedingungen mit Stürmen, die zu meterhohen Schneetürmen führen, nicht selten. Schneeschleudern, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, sind daher unerlässlich. Die vorhandene Schneeschleuder ist jedoch in die Jahre gekommen und der schwedische Infrastrukturbetreiber brauchte deshalb ein neues Schneeräum-Schienenfahrzeug.

«Wir können nicht kontrollieren, ob es schneit oder nicht, aber wir können etwas daraus machen. Das ist unser Credo.»
Daniel Frutiger, CEO


Schweizer Qualität für die Malmbanan

Den Zuschlag für den Auftrag erhielt die Zaugg AG Eggiwil mit Sitz im bernischen Eggiwil. Dies überrascht nicht, da Zaugg mit technisch hochstehenden Produkten überzeugt. «Unsere Maschinen waren schon an den Olympischen Spielen im Einsatz», kommentiert CEO Daniel Frutiger. Zaugg ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Maschinen für die Schneeräumung von Strassen, Schienen, Flugplätzen und der Bearbeitung von Schneepisten. Mit 160 Mitarbeitenden ist Zaugg ein wichtiger Arbeitgeber im Oberemmental.

Zaugg hat den schwedischen Abnehmer nach einer Ausschreibung mit einer 70 Tonnen schweren Schneefrässchleuder-Lokomotive beliefert, welche die Malmbanan von 7 500 Tonnen Schnee pro Stunde befreien kann. Der Koloss kostet CHF 9,5 Mio. und wurde im Hause Zaugg entwickelt, konstruiert und hergestellt.

Das war im Jahr 2016. Weil der Käufer von Zauggs Qualität überzeugt war und eine weitere Maschine benötigte, bestellte er einige Jahre später nach einer weiteren Ausschreibung eine zweite Lokomotive. Die SERV deckte beide Geschäfte mit einer Fabrikationskreditversicherung, Fabrikationsrisikoversicherung und Vertragsgarantieversicherung sowie mit einer Bondgarantie.

Eine Nische, die der Witterung ausgesetzt ist

Trotz Zauggs Erfolg birgt ihr Geschäft auch seine Tücken. «Wir bewegen uns in einer kleinen Nische», erklärt Daniel Frutiger. Zaugg arbeitet mit kleinen Serien und ist wortwörtlich der Witterung ausgesetzt.

«Wir können nicht kontrollieren, ob es schneit oder nicht, aber wir können etwas daraus machen. Das ist unser Credo», sagt Daniel Frutiger. So unterschiedlich die Winter sind, so variiert auch der Bestelleingang. Ausserdem haben die Tage, an denen die Schneedecke liegen bleibt, in den letzten 30 Jahren um 25–50 Prozent abgenommen. Angesichts dieser Entwicklung hat Zaugg ihr Angebot erweitert und entwickelt seit einiger Zeit auch Maschinen zur Reinigung von hochverschmutzten Verkehrsflächen. Zudem ermöglichen die Produkte der SERV Zaugg, Aufträge in dieser Grössenordnung – wie dies bei dieser Lieferung nach Schweden der Fall ist – überhaupt zu stemmen.