Schweizer Elektrofahrzeuge für die australische Post


Die KYBURZ Switzerland AG (Kyburz) konnte einen Grossauftrag im zweistelligen Millionenbereich der australischen Post gewinnen. Dazu benötigt sie einen Kredit für die Finanzierung der Produktionskosten. Eine Versicherung der SERV verhilft ihr unter anderem zu tieferen Zinsen, wovon sowohl die Kyburz als auch die australische Kundin profitiert.

06.04.2022

Sie prägen das Schweizer Strassenbild seit Jahren. Die unverkennbaren dreirädrigen Elektrozustellfahrzeuge der Post hört niemand, kennt aber jeder. Produziert werden diese von der KYBURZ Switzerland AG (Kyburz) aus dem zürcherischen Freienstein. Die Kyburz entwickelt und produziert qualitativ hochstehende Elektrofahrzeuge für Zustellbetriebe sowie Privatpersonen. «Begonnen hat alles in den 1980er Jahren», erzählt Martin Kyburz, Gründer und CEO des Unternehmens, als er am Solarmobilrennen Tour de Sol teilnahm und seine Leidenschaft für damals alternative Antriebsformen entdeckte. Später kam die Begeisterung dazu, ein Fahrzeug zu entwickeln, das energieeffizient ist und Spass macht. Daraus entstand 1991 die Kyburz.

Bei der Kyburz steht der Mensch im Mittelpunkt und der Ansporn, effiziente Produkte zu entwickeln, im Vordergrund. Für ihre Entwicklungen erhielt das KMU bereits mehrere Innovationspreise. Es stimmt seine Produkte jeweils auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden ab. So vermochte die Kyburz nebst der schweizerischen Post auch zahlreiche weitere Kunden auf der ganzen Welt von sich zu überzeugen. Weltweit sind über 25 000 Fahrzeuge von Kyburz im Einsatz. Lieferungen ins Ausland machen einen grossen Anteil des Geschäfts aus.

«Die Anforderungen der Kundin sind hoch und eine attraktive Finanzierung ist ein wichtiger Beitrag, um wettbewerbsfähig zu sein.»
Martin Kyburz, Gründer und CEO, KYBURZ Switzerland AG

Ein Grossauftrag im zweistelligen Millionenbereich

Zu Kyburz’ Kunden zählt auch die australische Post, deren Benzinfahrzeuge in die Jahre gekommen waren. Sie wollte deshalb auf Elektrofahrzeuge umsteigen und hat sich für den dreirädrigen DXP von Kyburz entschieden. Nach zwei Grosslieferungen von je 1 000 Fahrzeugen sind im Jahr 2021 nochmals 1 000 Stück dazu kommen. Für diese drei Grosslieferungen im Wert von insgesamt rund 33 Millionen Euro hat die australische Kundin gegen eine Garantie jeweils eine Anzahlung von 30 Prozent geleistet. Den restlichen Betrag erhält Kyburz immer erst, sobald die Kundin im Besitz der Ware ist. Das ist für ein KMU mit über 150 Mitarbeitenden bei einem so hohen Betrag eine lange Zeit.

Die Vorzüge einer Versicherung

Damit die Kyburz die Produktion vorfinanzieren kann und für andere Aufträge über die nötige Liquidität verfügt, hat sie bei der Bank einen Fabrikationskredit beantragt. Die SERV versichert den Kredit und deckt die Anzahlungsgarantien mit einer Bondgarantie. Dadurch kommt die Kyburz in den Genuss von tieferen Bankzinsen und kann der Kundin in Australien grosszügige Finanzierungskonditionen anbieten. «Denn die Anforderungen der Kundin sind hoch und eine attraktive Finanzierung ist ein wichtiger Beitrag, um wettbewerbsfähig zu sein», erklärt Gründer und Geschäftsführer Martin Kyburz. Mit der Unterstützung der SERV erübrigen sich viele finanzierungstechnische Fragen und die Kyburz kann sich auf das Geschäft und die Zusammenarbeit mit der australischen Post konzentrieren.

Diese beschreibt Martin Kyburz als sehr vertrauensvoll. Sie sei aber auch anspruchsvoll und intensiv. Die Herausforderungen sind vielfältig und reichen vom fehlenden persönlichen Kontakt vor Ort, bedingt durch die Reiserestriktionen, über Probleme technischer Natur, die Einhaltung der lokalen Gesetzgebung bis zu kulturellen Unterschieden. «Das fordert uns stark. Bringt uns aber auch weiter», kommentiert Martin Kyburz. Denn es gilt für den nächsten Auftrag fit zu sein, der wieder neue Ansprüche und Herausforderungen mit sich bringen wird.