Pariser Club
Der Pariser Club ist ein internationales Verhandlungsforum für die Umschuldung (Restrukturierung der Verpflichtungen) überschuldeter Länder. Zu Verhandlungen im Pariser Club kommt es, wenn ein Schuldnerland nicht in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Pariser Club besteht jeweils aus einer ad hoc gebildeten Gruppe. Diese setzt sich zusammen aus Vertretern der Gläubigerländer und des Umschuldungslandes sowie aus Vertretern des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der UNCTAD und der OECD.
Das Ziel einer Umschuldung ist die Neuverteilung der Schuldenlast unter gleichmässiger Beteiligung aller Gläubigerländer sowie die Sanierung der Auslandverschuldung des Umschuldungslandes. Durch eine Umschuldung werden in der Regel langfristige Zahlungsmodalitäten für bestehende Schulden vereinbart. Gleichzeitig muss das Schuldnerland Massnahmen ergreifen, um die Ursachen der Zahlungsschwierigkeiten nachhaltig zu beseitigen.
Bei den ärmsten Schuldnerländern können als weitergehende Massnahmen auch Schuldenerleichterungen in Form von Schuldenreduktionen (z. B. Zinssatzreduktionen, Schuldenstreichungen) vereinbart werden (konzessionelle Umschuldungen).
Stand: 12.08.2008




